Cornwall – Auf den Spuren von King Arthur

1. Tag – 05.08.2008
Um 6.15 starteten wir mit Ryanair nach London-Stansted, wo ein schlumpfblauer Chevy Matiz auf uns wartete, sowie grauer Himmel und Regenschauer. Um 16.00 hatte unser Schlumpf es dann geschafft uns nach Bath zu fahren. Dort wurde unser Koffer dann auch sogleich von einem Geschwader Möwen begrüsst, das ihn weiss anstrich. Eine günstige Übernachtung für 26 £/Person war schnell in einer Jugendherberge gefunden. Gut Schimmel, Fusspilz und Mief gab es dazu, aber zu moderaten Preisen. 1½ Std. später hatten wir dann auch einen Parkplatz gefunden. Den Abend beendeten wir mit Tapas im „La Tasca“.

 

2. Tag – 06.08.2008
Nach einer unruhigen Nacht (schreiende Möwen, Autolärm, unbequeme Betten) ging es erst mal ab unter die schmuddelige Gemeinschaftsdusche. Dort musste man recht schnell sein, da alle 30 Sek. das Wasser ausging. Gekrönt wurde der Morgen dann mit Toast und Instant Coffee. Nach dem auschecken begaben wir uns auf Besichtigungstour. Hier ist fast alles in sandfarben gehalten. Hin und wieder sorgen bunt gefärbte Schweinchen für Farbtupfer.

Weiter ging es nach Glastonbury wo wir um 11.30 eintrafen. Für 5 £ Eintritt besuchten wir die Glastonbury Abbey, von der leider nicht mehr all zu viel übrig ist. Angeblich wurden hier die Gebeine von King Arthur und Lady Guinivere begraben. Da durch einen Großbrand 1184 fast die gesamte Klosteranlage zerstört wurde liegt der Verdacht aber nahe, dass die Mönche nach einer zusätzlichen Geldeinnahmequelle für den Wiederaufbau damals gesucht und gefunden hatten. Der Rest des Ortes ist besiedelt mit Esoterikern und entsprechenden Shops. Das Stadtbild wird dominiert von Elfen, Hexen, Kreuzen, mittelalterlicher Kleidung, Voodooläden und Buchläden (Mystery of Mars, Corncrops…)

Um 13.30 fuhren wir weiter in das 110 km entfernte Torquay, wo uns dank der Kerze, welche wir in Glastonbury angezündet hatten, die Sonne erwartete. Dieses Seebad wird hier die „englische Riviera“ genannt, mit ihren Fischerbooten, dem Pavillion am Wasser, dem schönen Sandstrand und einer Vergnügungsanlage.

Um 17.30 fuhren wir weiter und setzen mit der Fähre rüber nach Dartmourth, wo wir im „George & Dragon Hotel“ abstiegen. Wie erhofft gab es in dem Hotel Bar und Küche. Mit einem leckeren Essen und Bierchen liessen wir den Tag ausklingen.

 

3. Tag – 07.08.2008
Wir starteten den Tag mit einer kalten Dusche und warmen Füssen (wie in vielen englischen Badezimmern war auch dieses mit dickem Plüschteppich ausgelegt). In „Skipper`s Takeaway“ stärkten wir uns erst mal mit einem „Big Breakfast“ bevor es weiter ging nach Kingsbridge.  Hier liegt echt der Hund begraben und von Follett`s Kathedrale weit und breit keine Spur.

Also fuhren wir weiter nach Plymouth, wo wir um 13.00 eintrafen, bei strahlendem Sonnenschein. Dank der deutschen Luftangriffe 1941 gibt es hier nicht viel altes zu bewundern. Also ab zu Starbucks. Die Kreation des Sommers ist der „Banana-Chocolate-Smoothie with Espresso“.

Bei den wenigen Sightseeing-Möglichkeiten zieht es uns weiter nach St. Austell. Und wir stellten fest: Nein, dort will man wirklich nicht bleiben. Nix zu sehen und unfreundliche Menschen. In einem Hotel wurden wir sogar komplett ignoriert.

Also wurde unser Schlumpf wieder gesattelt und wir fuhren nach Mevagissey. Eindeutig die bessere Wahl: ein traumhaftes kleines Fischerdörfchen. Nach ca. ½ Stunde haben wir bei Chris & Lorna im „Harbour House“ für 24 £/pro Person ein schönes Zimmer mit Blick auf den Hafen gefunden. Wir folgen der Empfehlung von Chris und essen im „The Ship“ zu Abend. Ein mit Cous Cous gefüllter und mit Käse überbackener Pfannkuchen sowie ein Steak füllen uns heute den Magen.

 

4. Tag – 08.08.2008
Um 10 Uhr trabten wir durch ein ruhiges matschiges Seitental zu den „Lost Garden of Heligan“ wo wir um 11 Uhr unsere erste Mahlzeit einnahmen, ein Schinken-Baguette und ein Tomato-Cheese-Scone sowie Cappuccinos. Dann spazierten wir durch diese wunderschöne Parkanlage, aufgeteilt in englischer Garten, Gemüsegarten, Orchideenpfade, „The Jungle“, „Wildlife Project“ mit Ziegen, Schafen, Hühnern, Gänsen…, Skulpturen (The Giant`s Head, The Grey Lady, The Mud Maid).

Um 16 Uhr waren wir wieder im Ort und machten einen 30 Min. Coastal Trip für 3 £. Wale und Delphine gab es leider keine zu sehen, dafür Wasserskifahrer. Ausklingen liessen wir den Abend im „The Ship“ bei Käsepommes, Knoblauchbrot und Guinness.

 

5. Tag – 09.08.2008
Wochenende und Nieselregen. Wir checkten aus und fuhren zum „Eden Project“. Eine Marskolonie in einem alten Steinbruch, die mal für einen James Bond-Film als Kulisse herhalten durfte. Hier geht es hauptsächlich darum wie wir unsere begrenzten Ressourcen auf der Erde besser nutzen können. In 5 Halbkugeln sind verschiedene Klimazonen untergebracht. Der tropische Teil mit 95 % Luftfeuchtigkeit macht uns ganz schön zu schaffen.

Um 12.30 fuhren wir bei heftigem Regenschauer weiter nach St. Mauves. Das Schloß ist Samstags leider geschlossen, also fuhren wir weiter mit der Fähre nach Falmouth. Hier gab es nicht viel interessantes zu sehen und wir schwammen mit dem Schlupf weiter die Küste entlang auf der Suche nach einer Unterkunft. Durch 10 cm tiefes Wasser ruderte Chris den Chevy in das 12 km entfernte Marazion. Nach kurzer Suche finden wir im „Glendaleigh Hotel“ ein Zimmer für die Nacht. Im „Fire Engine Inn“ gab es ein sehr leckeres Abendessen: Thai Curry Chicken und ein vegetarisches Mushroom Stroganov.

 

6. Tag – 10.08.2008
Mit einer kleinen Fähre liessen wir uns heute zu St. Michael`s Mount schippern. Drüben angekommen machen wir unseren Frühsport, in dem wir den Pilgerweg nach oben stiefeln. Bei dem tollen Rundblick hat sich der Aufstieg gelohnt. Fotografieren ist drinnen leider verboten. Anschliessend besichtigten wir noch den ältesten urkundlich erwähnten Ort Marazion.

Wir fuhren weiter zum Lizard Point, dem südlichsten Punkt des englischen Festlandes. Über einen Klippenweg geht es bei stürmischen Wind und tosender Brandung zum Leuchtturm, der seit 1519 (mit Unterbrechungen) im Dienst ist. Wir hätten dort gerne im „Most South Café“ was gegessen, aber es waren nur noch Aussenplätze frei und bei dem Wind wären uns sicher die Salatblätter vom Teller geflogen. Was der Möwe in Bath nicht geglückt ist, schaffte hier ein Exemplar bei Windstärke 8 – voll auf den Bauch. „Die mit dem Wind kacken“…jetzt im Kino mit Steven Seagull

Um 15.00 verliessen wir Lizard Village und fuhren nach Gweek zur „Seal Sanctuary Rescuestation“. Dort werden Seehunde aufgepeppelt und wenn möglich wieder ausgewildert.

Weiter ging es nach Mousehole, wo leider kein freies Zimmer mehr zu ergattern war und wir es weiter in Penzance versuchten. Beim zweiten Versuch wurden wir fündig im „Alexandra Inn“. Ein sehr schönes Zimmer mit Erkerfenster und Meerblick. Abendessen gab es dieses Mal beim Inder. Das „Taj Mahal“ war recht günstig und sehr lecker.

 

7. Tag – 11.08.2008
Heute wanderten wir zwei Stunden lang den schönen Küstenpfad am Lamorna Cove. Es ging über Stock und Stein. Weiter ging es zu den Merry Maidens, Teffigian und Porthurno, zum Minnack Theatre – ein Open-Air-Theater mitten in den Fels gehauen mit traumhafter Kulisse. Unser nächstes und letztes Ziel für den Tag war dann „Land`s End“ – der erste und letzte Zipfel Englands.

Zurück in Penzance begaben wir uns ins „Admiral Benbow“ – bekannt aus „Die Schatzinsel“. Bei Schmugglerstimmung gab es leider nur ein durchschnittliches Abendessen.

 

8. Tag – 12.08.2008
Wir fuhren Richtung Madron und stoppten unterwegs an dem Schild nach Boswarthan. Auf dem schlammigen Weg dorthin begegnen wir einem „Wishingh Well“ – einem Wunschbaum. Hier bindet man Kordeln oder Socken dran und kann sich was wünschen. Angekommen finden wir die Überreste einer keltischen Kapelle vor. Weiter ging es zum „Lanyon Quoit“, einem Megalithengebilde und zum „Men-a-Tol“. Wenn man durch den großen Ring klettert, natürlich nur an Vollmond, soll man davon schwanger werden oder für immer Rückenbeschwerdefrei.
Unser nächster Stopp war Cape Cornwall wo das Wetter innerhalb von Minuten von grau auf blau umschlug. Wunderschön, auf den Spuren von Rosamunde Pilcher.

Eine kurze Stippvisite in Pendeen und ab zum Tagesendziel nach St. Ives – der Künstlerstadt. Wunderschöne Sandstrände, aber mit Touristen übervölkert. Die Innenstadt besteht hauptsächlich aus Gallerien und teuren Restaurants. Im „Queens Hotel“ ist heute Curry-Abend und hier kommen wir dann noch günstig an ein gutes Abendessen ran.

 

9. Tag – 13.08.2008
Nach dem auschecken starten wir nach St. Agnes, Perranporth und bleiben in Newquay wo wir für die nächsten 3 Nächte bei Becky im „Bikini Bottom“ einchecken. Unseren ersten Tag verbringen wir hier im Zoo. Schöne kleine Anlage mit Picknickmöglichkeiten.
Unseren anschliessenden Küstenspaziergang mit Sonnenuntergang bekommen wir leider von einer Wolkenbank vermiest.

 

10. Tag – 14.08.2008
Heute lachte nicht nur die Sonne vom Himmel sondern auch mein Herz bei dem Frühstück: Pancakes with Banana and Maple Sirup 🙂

Vollgestopft fuhren wir in die 15 Meilen entfernte Hauptstadt Cornwalls, nach Truro. Eine der schönsten Städte die wir bisher auf unserer Reise gesehen haben. Einziger „Schandfleck“ sind der Gift Shop und das Restaurant mitten in der Kathedrale – liegt wohl an der fehlenden Kirchensteuer.

Nach einem Iced Caramel Latte und einem Frozen Maracuja Passion Drink bei Costa`s fuhren wir wieder zurück nach Newquay. Dort besuchten wir das „Aquarium“ wo es eine Haifischfütterung gab. Dummerweise hatten die Tierchen aber keinen Hunger. Nemo, die dreiflossige Schildkröte hatte aber noch Platz im Panzer. Hunger hatten wir dann langsam auch, also begaben wir uns zum „Maharajah“, dem ältesten Restaurant in Newquay (seit 1980). Das Essen war sehr gut, was man vom Service nicht behaupten konnte. Nach dem Essen war Chris kurz auf Toilette und ich wurde in der Zeit gebeten mich in den Eingangsbereich zu setzen um die Plätze für die nächsten frei zu machen. „Eat, drink, pay and piss off“.

 

11. Tag – 15.08.2008
Frisch gestärkt mit einem „Big Veggie Breakfast“ fuhren wir zum 50 km entfernte Tintagel. Wieder ein Ort der Mythen und Legenden. Tintagel Castle soll angeblich King Arthur`s Camelot sein und unter den Felsen gibt es „Merlin`s Cave“, wo der Geist des Magiers hausen soll. Man soll in der Höhle Merlins Geist spüren. Ich würde sagen der kalte Hauch kommt daher, dass der Durchgang zur Meeresseite offen ist und der Wind daher ungehindert durchpfeifen kann.

In Tintagel Village kommt man sich vor wie in Glastonbury mit seinen zahlreichen Mysteryläden. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das „Old Post Office“ aus dem 14. Jahrhundert.

Zurück in Newquay fanden wir zum Abendessen „Wilburn`s Cafe“ wo wir anschliessend feststellen mussten: Iss nie dort, wo das Personal nicht auch isst und wo die Menschen in der Küche aussehen wie Mitarbeiter von der Müllabfuhr. Wenigstens war das Essen günstig 😉

 

12. Tag – 16.08.2008
Heute checkten wir leider wieder bei Becky aus, ein letztes Mal Banana Pancakes. Unser erstes Ziel waren die „Carnglaze Caverns“ bei St. Neot ca. 35 km entfernt. Der Regen störte kaum, da es 60 m unter die Erde ging. Mit Schutzhelm bekleidet ging es den 10 ° Celsius kalten Stollen runter. Hier werden Hochzeiten veranstaltet wo das Brautpaar mit einem Boot über die blaue Lagune gefahren wird und alles wird mit Teelichtern ausgeleuchtet. In den 80ern haben „Echo and the Bunnymen“ ein Album rausgebracht auf dessen Cover die Jungs über diesen See fahren. An manchen Tagen gibt es hier Special Events wo Musiker oder Komiker auftreten.

Nach der 45 Min. dauernden Führung fuhren wir weiter durch das Bodmin Moor in Richtung „Dozmary`s Pool“, wo der der Legende nach der sterbende Arthur hingebracht wurde und Excalibur in den See gezogen wurde. Wir stoppten in Wareham wo wir im „Red Lion Hotel“ eincheckten. Günstig aber schmuddelig. Da verzichtet man sogar freiwillig auf die morgendliche Dusche. Das mussten wir im „Duke of Wellington“ mit einem Bierchen vergessen. Dieser Pub hatte 2007 sogar mal einen Preis für seine schöne Einrichtung erhalten. Vielleicht hätten wir mal besser hier die Nacht verbracht.

 

13. Tag – 17.08.2008
Bei bayrischem Himmel starteten wir nach Purbeck zum „Corfe Castle“. Für 5,60 £ dürfen wir die Ruinen Englands ehemals stärksten Burg besichtigen. Gegen Ende des Bürgerkrieges wurde sie damals nach Beschluß des Parlamentes abgerissen. Einige der Steine wurden im Dorf für die dortigen Häuser verbaut.

Unser nächstes Ziel war Salisbury mit seiner prächtigen Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert. Der im 14. Jahrhundert errichtete Vieringsturm ist mit seinen 123 m der höchste Kirchturm Großbritanniens. Die Geschichte der Kathedrale von Salisbury gilt als Vorbild für den Roman „Die Säulen der Erde“.

Anschliessend spazierten wir durch die schöne Altstadt bevor wir nach Stonehenge aufbrachen. Da ich die Steinchen schon kannte, liess ich Chris seinen Besichtigungsrückstand aufholen.

Gegen 18 Uhr trafen wir in dem 100 km entfernten Oxford ein. Hier quartierten wir uns im „Lakeview Guesthouse“ ein.

 

14. Tag – 18.08.2008
Nach dem auschecken fuhren wir in die Stadt und bummelten dort durch die Einkaufsstrassen und an den Colleges vorbei. Diese waren leider für die Öffentlichkeit gesperrt um die Studenten nicht zu stören. Im Souvenirshop von Oxford Castle ist uns dann der Sänger von System of a Down, Serj Tankian, vor die Füße gelaufen. Vermutlich nächtigte die Band im Hotel nebenan, denn das war bis 1996 „Wing A“ des Gefängnisses. Der jüngste Gefangene damals war 7 Jahre alt und hatte ein Stück Käse geklaut. In der Neuzeit wurde der dortige Knast Drehort von „Spygame“ und „102 Dalmatiner“.

Gegen 13.00 endeten wir unsere historische Reise und fuhren nach Cambridge, wo wir um 16.00 Uhr ankamen. Nachdem wir die Koffer im „Park View Hotel“ abgestellt hatten spazierten wir in die Stadt. Nicht ganz so altehrwürdig wie Oxford, aber dafür sehr viel grün in der Stadt. Auch hier waren leider die Colleges für die Öffentlichkeit gesperrt. Unser letztes englisches Abendessen gab es beim Spanier „La Tasca“, wie am ersten Abend.

 

15. Tag – 19.08.2008
Rückflug nach Deutschland

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.