Vogelbeere

Ebereschenbeeren besitzen einen enorm hohen Vitamin-C-Gehalt (auf 100 g 98000 µg – ca. Tagesbedarf), der auch nach dem Kochvorgang in Teilen erhalten bleibt.

Die Vogelbeeren reifen im Herbst bis in den Oktober hinein. Die beste Erntezeit ist nach dem ersten Frost, dann entfalten die Früchte ihr süßlich-herbes Aroma. Wer jedoch zu lange wartet, kann Pech haben – und die Vögel waren schneller 😉. Dank Klimawandel ist Frost im Oktober Hierzulande auch recht unwahrscheinlich. Der Frost ist bei den Beeren (wie bei den Schlehen) wichtig zwecks Verträglichkeit der Frucht.

Roh kann man die Beeren in kleinen Mengen verzehren. Die Bitterstoffe der frischen Beeren regen den Stoffwechsel sowie die Verdauung an und wirken entwässernd. Bei größeren Mengen kann jedoch es zu Magenproblemen, Übelkeit und Brechreiz 🤮 kommen. Kinder reagieren meist schon bei geringen Mengen. Der bittere Geschmack entsteht durch die Parasorbinsäure. Frost wandelt die Parasorbinsäure in Sorbinsäure um, ein gut verträgliches Konservierungsmittel (was leider bei herkömmlichen Produkten aus dem Chemielabor kommt). Kochen hat den gleichen Effekt wie frosten, die Beere wird weniger bitter. Nach der Ernte am besten die Beeren für ein paar Tage in die Tiefkühltruhe geben. 🥶

Getrocknete Ebereschenfrüchte regen die Nieren an und fördern eine Ausscheidung von Nierensteinen. Ebereschenmus pflegt die Darmflora, hilft gegen Appetitlosigkeit, Magenverstimmung und zur Kräftigung der Lunge. Die Inhaltsstoffe der Eberesche wirken zudem stärkend und belebend auf den gesamten Organismus. Für eine Kur zum Aufbau der Darmflora soll man täglich einen Teelöffel Mus einnehmen.

Im Frühjahr ergeben die Blüten und Blätter einen Teeaufguss🍵, der gegen Magenbeschwerden und zur Reinigung der Lymphe, Nieren, Blase und des Blutes eingenommen wird. Für einen Teeaufguss 1 EL der Blüten und Blätter mit 250 ml heißem Wasser übergießen und nach 5-10 Minuten abseihen.

Bei grünem Star, Prostataleiden, Stoffwechselproblemen, Mandelentzündung, Halsweh und Heiserkeit hilft ein Tee aus den Beeren. Er wirkt zudem wie Balsam auf stark beanspruchte Stimmbänder. Zur Bereitung des Aufgusses 1 EL der Beeren mit 200 ml kochendem Wasser übergießen und ihn 10 Minuten ziehen lassen.

Die Blätter der Eberesche sind reich an Magnesium und eignen sich gut als Mulch zum Aufbessern von schlechten Böden.

In den Knospen und den ersten Blättern liegt der Geschmack von Bittermandeln. Die Knospen in Olivenöl einlegen, pürieren und einem Pesto beigeben. Der Bittermandelgeruch duftet einem entgegen, wenn man die Blätter der Eberesche zwischen den Fingern zerreibt.

Die Vogelbeere heißt im Englischen “Witch Wood” – das Hexenholz. Früher glaubten die Menschen, die Vogelbeere schütze vor Hexen. 🧙‍♀️

Ich habe Bäume mit roten und mit orangenen Beeren entdeckt. Die Orangenen waren überraschenderweise weniger bitter als die Roten.

Komische Tierchen leben auf den Beeren…frisch aus meiner Tasche gefischt: 😖

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