Wien 2010 – Bahnwahnsinn

Meinen 32. Geburtstag verbrachten wir vom 18.03.-21.03.2010 in  Österreichs Hauptstadt Wien.

 

1. Tag, 18.03.2010

Dieses Mal entschieden wir uns den Trip mit der Deutschen Bahn zu machen. Das wird uns wohl so schnell nicht wieder passieren.

Wir kauften uns das LIDL-Ticket für 66 € (pro Person) und hätten eigentlich planmässig um 15.22 Uhr in Wien ankommen müssen. Zu erst hatten wir eine Verspätung von 75 Min. wegen „Gasaustritt“ in Heilbronn und wurden nach Nürnberg umgeleitet. Dort wurde der nächste Zug so voll dass diejenigen, welche keine Reservierung hatten aus dem Zug wieder rausgeworfen wurden. Um 13.31 Uhr hätte uns der nächste ICE weiter fahren sollen. Rubbel die Katz war auch dieser Zug wieder total überfüllt da die Menschenmassen aus dem 8.00 Uhr Zug aus Frankfurt einstiegen. Die hatten nämlich Verspätung wegen „Triebwerksschaden“. Eingequetscht wie die Sardinen standen wir im Zug und die Stimmung der Passagiere kochte. Es hätte nicht viel zu einer handfesten Keilerei mit den Bahnangestellten gefehlt. Da eine Zwangsräumung angedroht wurde quetschen wir uns mit anderen Passagieren wieder aus dem Zug. Uns wurde versprochen das ein Ersatzzug anrollen würde. Völlig entnervt diskutierten Passagiere auf dem Bahnsteig mit Angestellten der Deutschen Bahn. Wir bekamen mit, dass auch Leute rausgeworfen worden sind welche reserviert hatten, sogar 1. Klasse und schon ab Hamburg fest stand dass 700 Passagiere zu viel für diese Strecke unterwegs waren.

Man versprach uns einen Ersatzbus und so trotteten wir einem Bahnangestellten nach auf den Bahnhofsplatz. Das war aber wohl nur ein Ablenkungsmanöver um den anderen Zug und einen weiteren durch den Bahnhof schleusen zu können. Uns wurde vorgeschlagen entweder über München weiter zu fahren, ohne Garantie dass der Zug nicht auch noch überfüllt sei oder einen Ersatzbummelzug nach Passau ohne Garantie eines Anschlusszuges. Man wollte mit der österreichischen Bahn zwecks Anschlusszug sprechen. Wir entschieden uns für die Passauvariante, da wir uns nicht vorstellen konnten mit München mehr Glück zu haben.

Um 17 .15 Uhr kamen wir in Passau an. Dort hatte man eine kleines Polizeiaufgebot hingestellt. Bei der Stimmung der Passagiere keine schlechte Idee. Hier gab man uns 3 Möglichkeiten:

1. RE nach Linz und dann Anschlussverbindung erhoffen

2. auf den 18.39 Uhr ICE warten und hoffen dass dort ein Platz frei ist

3. auf den von der Bahn organisierten Bus nach Wien warten

Obwohl der Bus (aus Nürnberg!) in Regensburg im Stau stand entschieden wir uns für die 3. Variante. Gute Wahl, da sich später herausstellte dass der ICE überfüllt war. Mit dem ersten Bus hatten wir allerdings auch kein Glück und der fuhr voll ohne uns nach Wien. Nach fast einer Stunde erneuter Warterei sassen wir um 18.10 endlich im Bus nach Wien, wo wir um 21.25 am Westbahnhof ankamen. Zum Glück hatten wir ein Hotel mit 24 h Rezeption gebucht.

Wir besorgten uns erst mal die 72h-Welcome-Wien-Card für 18,50 € und gingen dann zum unserem Hotel, dem „Courtyard Marriot“.

 

2. Tag, 19.03.2010

Nach einem tollen Frühstück suchten wir das nur 10 Min. zu Fuss entfernte Schloß Schönbrunn auf. Für 19 € kauften wir uns das Schloss/Tierpark-Kombiticket. Wir starteten mit der „Grand Tour“ bei der wir einen Einblick auf das Leben der damaligen Habsburger erhielten. Hinter dem Schloß schließt sich der 1 km² große Schloßpark mit dem Neptunbrunnen an. Direkt nebenan liegt der Tierpark, der zu den ältesten Europas zählt. Neben den üblichen Zootieren gibt es hier sogar Koalas und Pandas. Die Anlage ist sehr großzügig angelegt, mit breiten Wegen und gut einsehbaren Gehegen.

Nach dem Tierparkbesuch gingen wir ins „Tropenhaus“ (Komibiticket Tropen- und Wüstenhaus für 6 €).

Mit der U-Bahn ging es dann weiter zum „Prater“. Ein buntes Lichtermeer mit div. Fresstempeln, Achterbahn, Karrussels, Geisterbahnen, Autoscooter und div. weiteren Fahrgeschäften. Willi Herren hatte sich hier mit einer Blondine in eines der zahlreichen Fahrgeschäfte bequemt.

Zum Abendessen ging es in „Heindls Palatschinkenpfandl“, Nahe der U-Bahn-Station „Schwedenplatz“. Die Portionen waren sehr sehr lecker und überaus reichhaltig so dass wir zum Hotel zurück rollen mussten.

 

3. Tag, 20.03.2010

Nach dem leckeren Frühstück spazierten wir erst mal zum „Wüstenhaus“. Die Anlage ist sehr klein und nach 20 Min. waren wir schon wieder draussen.

Wir holten unser Gepäck und fuhren zum „Naschmarkt“ und spazierten weiter zu unserer nächsten Unterkunft, dem Austria Trend Hotel „Savoyen“. Sehr nobel mit jeder Menge Antarktisbewohnern.

Nach dem einchecken gingen wir zur „Karlskirche“, wo wir Mitreisende von der Hinfahrt trafen. Diese hatten die München-Variante gewählt und waren mehr als 2 Std. vor uns in Wien. Wer hätte das gedacht?

Die „Karlskirche“ wird z. Z. renoviert und man kann mit einem Lift in die Kuppel fahren. Oben befinden sich sehr schöne Fresken an der Decke. Lenken von der Angst ab, dass vielleicht ein Gerüstbauer 1-2 Schräubchen illegal verkauft haben könnte. Man weiss ja nicht wo überall Kölner arbeiten…

Anschliessend fuhren wir zum „Stephansdom“, von aussen halb eingerüstet, von innen dunkel und trist. Vor dem Dom standen jede Menge Fiaker bereit für eine Spritztour durch die Stadt.

Weiter ging es zur „Hofburg“, vorbei an der „Pestsäule“. Mit blutenden Füssen schleppten wir uns ins „Cafe Sacher„. Im Eingangsbereich begrüsste uns ein „Sie werden plaziert“-Schild. Die Bedienung wollte unsere Jacken für die Garderobe und stellte fest „Sie haben ja gar nichts an.“ ?? Wir bestellten neben Heissgetränken tradionell ein Stück Sachertorte (4,90 € Stück) und wurden insgesamt schnell mal 30 € los. Geschmacklich war die Torte eher eine Enttäuschung, ein simpler trockener Schokokuchen.

Wir schleppten uns weiter zur „Staatsoper“ wo uns mal wieder diese nervige „Haben Sie Lust auf ein Konzert?“-Frackträger auflauerten. Hier war ganz offensichtlich deren Nest. Wir „flüchteten“ die U-Bahn-Treppe runter wo uns Wiener Walzer entgegenschallte. Die Musik kam aus der öffentlichen „Vienna Musik Toilette“. Hier wird sich zu klassischer Musik erleichtert.

2 U-Bahn-Stationen weiter schauten wir uns das „Burgtheater“ und das Rathaus an. Danach ging es zum „Hundertwasserhaus“ im „Hundertwasser Village“. Das Highlight dort ist die Hundertwassertoilette.

Gegen 17.40 Uhr marschierten wir zum Abendessen ins „Vegetasia“ – wurde zum 2. besten asiatischen Restaurant Wiens gekürt und ist zu 100 % vegetarisch. Nix mit Hund, Katze, Maus. Es liegt nur 5 Minuten zu Fuss vom Hotel entfernt. Das Essen war einfach super lecker.

 

4. Tag, 21.03.2010

Das Frühstücksbuffet in diesem Hotel war einfach gigantisch. Hier lebt man wirklich wie Gott in Frankreich. Um 9.15 Uhr checkten wir aus und spazierten zum „Schloß Belvedere“.

Um 10.40 Uhr fuhren wir mit dem Zug wieder nach Hause. Dieses Mal funktionierte alles reibungslos. Wir bekamen einen Ersatzzug mit 1. Klasse-Abteilen und Reservierungen hatten keine Gültigkeit mehr, so dass uns niemand die Sitzplätze streitig machen konnte.

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